Entwurf für eine Installation am Viehofer Platz in Essen
Der Viehofer Platz ist heute durch zwei Hauptachsen gekennzeichnet. Die eine ist die stark genutzte Verkehrsader in der West-Ost-Richtung. Die andere ist die von Fußgängern genutzte Verbindung der Nordstadt mit der Innenstadt.
Die Plastik „Sonnenaufgang“ lässt sich entsprechend dieser Achsen unterschiedlich wahrnehmen.
Auf dem länglichen Grünstreifen der Verkehrsinsel werden vier Kreisformen mit einem Durchmesser von 2,80 m in unterschiedlicher Höhe auf senkrechten Stahlträgern angebracht. Von der Nordstadt aus kommend sieht man zunächst nur ein Kreissegment. Die gesamte Installation wird erst mit Erreichen des Platzes als aufsteigende Sequenz wahrnehmbar. Von der Innenstadt aus wird eine absteigende Folge gesehen. Für den Autofahrer stellt sich diese Installation in ganz anderer Form dar. Er sieht die Kreise im Vorbeifahren in zeitlicher Abfolge.
Sonnenaufgang und -untergang werden an der Horizontlinie wahrgenommen. Die Silhouette des Viehofer Platzes ist von Architektur gekennzeichnet. Die geplante Plastik soll diese bauliche Umgebung ergänzen, indem sie mit einem imaginären Horizont auf der Mitte des Platzes den Raum öffnet. Die Formen der Umgebung und die schwebenden Kreise der Plastik werden so lebendig aufeinander bezogen und verbinden sich zu einem Landschaftsbild der eigenen Art.
Die Plastik beschäftigt sich mit der heutigen Funktion des Platzes und macht seine Proportionen und Ausrichtungen bewusst. Die unterschiedlichen Bewegungsrichtungen (Fußgänger / Autofahrer) bewirken eine jeweils spezifische Wahrnehmung der Plastik. Durch die Einfachheit und Dimension der Formen und ihre Wiederholung setzt sie sich von den auf dem Platz vorhandenen Elementen wie Verkehrsschildern, Reklametafeln und Straßenbeleuchtung ab.
Am Tage wirken die Plastiken durch die Signalfarbe Rot. In der Dämmerung und bei Nacht werden sie zusätzlich von innen beleuchtet und machen durch das Sonnen-Motiv den Gegensatz von Tag und Nacht deutlich.
Diese Arbeit soll eine sinnliche Wirkung mit einer Offenheit für Reflexion verbinden. Thematische, formale und kontextuelle Bezüge zu Architektur, Malerei und bewegten Bildern werden denkbar.
